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Geschichtliches in Kürze


Mit einem Mammutzahn beginnt die Geschichte unserer Gemeinde; der Anschluss der Linie 10 der ehemaligen Birsigtalbahn beschliesst vorläufig die lange Entwicklung. Dazwischen liegen zehn Jahrtausende, möglicherweise noch viel mehr.

Mammuts, die ältesten Bewohner von Hofstetten-Flüh
Das etwa einen Meter lange Stück Zahn führt zum ältesten bekannten Bewohner unseres Dorfes, zum Mammut. Beim Bau der Mehrzweckhalle wurde das seltene Fundstück, dessen Alter auf mindestens 10'000 Jahren geschätzt wird, aus der Erde gegraben. Es fand seinen Platz im Foyer der Halle, der das riesige Urtier auch seinen Namen geliehen hat. Nicht ganz so alt ist die Steinbeilklinge, die beim Bau des Pumpwerks in Flüh zum Vorschein kam. Der unscheinbare Stein weist darauf hin, dass sich in der Jungsteinzeit, also vor etwa 5'000 Jahren, Menschen in unserer Gegend aufgehalten haben.

Römer und Alemannen
Auch die Bronzezeit liess in unserem Gemeindebann ihre Spuren zurück. Im heutigen Naturschutzgebiet auf dem 'Chöpfli' stiessen aufmerksame Archäologen auf eine ganze Siedlung, möglicherweise auf eine Fluchtburg aus dem 7. bis 9. Jahrhundert vor Christus. Die Römer sollen den aussichtsreichen Platz über den Felsen ebenfalls ausgenutzt haben. Nach einer alten Beschreibung soll sich an der Stelle des heutigen Flaumeichenwaldes gar ein römisches Kastell befunden haben. Deutlicher zeigt sich die Anwesenheit der Römer im Gebiet der Hutmatt. Unter dem Boden der Johanneskapelle und unter ihrem Parkplatz, aber auch beim Bau der umliegenden Häuser stiess man auf die Reste römischer Mauerzüge. Auch Alemannen besiedelten unsere Gemeinde und betteten ihre Toten am heutigen Alemannenweg zur letzten Ruhe.

Die Herren von Hofstetten
Im Mittelalter war Hofstetten (Flüh wurde damals noch nicht erwähnt) eines von 7 freien Reichsdörfern am Blauen. In dieser Zeit, gegen das Ende des 1. Jahrtausends, wurde die Johanneskapelle in ihrer ersten bescheidenen Form erbaut. Im Laufe einer langen Zeit verloren die Hofstetter ihre Rechte an zahlreiche Grundherren. Dazu gehörten neben Rittern und Klöstern aus der Stadt Basel auch die Herren von Hofstetten, die Bewohner der Burg Sternenberg zwischen Hofstetten und Flüh. Dieses um 1380 ausgestorbene Rittergeschlecht hinterliess uns ihr schmuckes Wappen, das wir heute - in moderner Form - als unser Gemeindewappen kennen.

Verkauf an Solothurn / Dreissigjähriger Krieg
Um 1408 gingen die freien Dörfer, damit auch Hofstetten, mit hohen und niedrigen Gerichten, mit Twing und Bann, Wassern, Weiden und Wäldern und die einflussreiche Adelsfamilie von Rotberg über. Um 1515 wurden die vornehmen Ritter ihrer Herrschaft im Leimental überdrüssig und verkauften sie für 4'400 Gulden an die Stadt Solothurn. Die neuen Herren unterstellten die Dörfer am Blauen dem Vogt von Dorneck, was die Zugehörigkeit zu diesem Bezirk erklärt. In der unruhigen Zeit des Dreissigjährigen Krieges schützten die Solothurner ihr entlegenstes Gebiet nach besten Kräften, doch konnten die Soldaten einzelne Raubzüge der wilden Kriegerscharen, die sich im Elsass bekämpften, auf unsere Gemeinde nicht verhindern. Trotz der drohenden Gefahren nahmen die Hofstetter und Flühner damals einen gewaltigen Flüchtlingsstrom aus dem hart umkämpften Elsass auf.

Französische Revolution
Ähnliches wiederholte sich während der französischen Revolution. 1798 kam das ganze eidgenössische Gebiet unter französische Herrschaft. Am meisten hatte darunter das Kloster Mariastein zu leiden; es wurde aufgehoben, die Patres verjagt und die Güter verkauft. Die wichtigsten Zeichen der Wallfahrt, das Gnadenbild und die Schmerzensmutter, wurde vor dem Einfall in Hofstetten und Flüh versteckt und erst als einige Jahre später das Kloster den Benediktinern wieder zurückgegeben wurde, wieder nach Mariastein zurückgebracht. In der Folge von Napoleons Eroberungszügen beherrschte der Kriegslärm auch unsere Gemeinde. Ein ganzes Bataillon preussischer und österreichischer Truppen zog kurz vor Weihnachten des Jahres 1814 durch Flüh hindurch und den Steinrain hinauf, um vom St. Annafeld aus die Landskron zu beschiessen. Die damals starke Festung wurde nach kurzem Kampf eingenommen und ein halbes Jahr später zerstört.
 

Anbruch besserer Zeiten



Die Geschichte unserer Gemeinde wird aber nicht allein von Krieg und Politik geprägt. Fröhlichkeit, bisweilen auch Übermut und etwas Frivolität fanden ihren Platz vor allem im Bad Flüh, dessen Bekanntheitsgrad weit über die engere Region hinausreichte. Nach alten Berichten war das Wasser des Bades heilsam gegen allerlei Geschwüre, Hautkrankheiten und Rheumatismus, aber auch gegen allerlei "Frauenzimmerkrankheiten". Böse Zungen behaupteten allerdings, das Wasser habe keinen guten Einfluss auf die weiblichen Tugenden; die Behauptung bezieht sich auf das fröhliche Badetreiben, das sich vom gestrengen Basel in die leichtlebigere Landschaft verlegt hatte. Immerhin sollen sich Besucher des Kloster Mariastein über das lustige Leben von Flüh beklagt haben, ohne freilich etwas daran ändern zu können. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Betrieb zusehends ruhiger, und ca. 1970 fielen die historisch wertvollen Gebäude der Spitzhacke zum Opfer.

Beginn der Neuzeit
Mit der Eröffnung der Birsigtalbahn um 1887/88 boten sich den Flühnern und Hofstettern ganz neue Möglichkeiten. Mit der neuen Bahn konnten sie Arbeit in der Stadt aufnehmen, was ihre materiellen Sorgen etwas lindern vermochte. Allerdings war das Bähnchen mit den kleinen, "Glettiseli" genannten Dampflokomotiven keineswegs mit den modernen Tramkompostitionen unserer Tage zu vergleichen.

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